CDU -  Fraktion im STADTPARLAMENT STEINBACH

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                                   Fraktionsvorsitzender: Heino v. Winning, Staufenstr.11, 61449 Steinbach, Telefon: 06171-79883,

                                   Pressesprecher: Reinhard P. Meisberger, Kronberger Straße 32, 61449 Steinbach, Telefon 06171 9879560

 

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Redebeitrag in der SVV vom 12.02.08 TOP 4 b Bebauungsplan Taubenzehnter - Michael Dill

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine Damen meine Herren,

 

am grundsätzlichen Problem Steinbachs hat sich leider noch nichts geändert. Jeden Monat verlassen in absoluter Summe 10 Steinbacher die Stadt, weil sie unter anderem keinen entsprechenden Wohnraum finden. Angesichts dieser dramatischen Zahl liegt es natürlich nahe, im Taubenzehnten nur Wohnungen zu bauen und so das Bürgerbegehren umzusetzen.

 

Die Bauausschuß - Sitzung hat aber noch einmal deutlich gezeigt, dass dies aus folgenden Gründen nicht die richtige Lösung sein kann:

 

An dieser Seite der vielbefahrenen Straße ist eine sinnvolle Nutzung durch Einfamilienhäuser einfach nicht möglich.

 

In dem Konzept 2a und 2b werden – nach unterschiedlichen Himmelsrichtungen ausgerichtet – Reihenhausbebauungen vorgeschlagen. Diese würden hinter einer vier Meter hohen Schallschutzwand versteckt liegen. Diese muss aus schallabsorbierendem Material bestehen. Die so genannte schicke, durchsichtige Glaswand ist nicht machbar. Das Glas würde den Schall in das gegenüberliegende Wohngebiet reflektieren und somit kontraproduktiv wirken. Die absorbierende Wand bringt jedoch nur eine Schallminderung von 15 DBA. Für weiteren Schallschutz müssten die Anwohner durch bauliche Maßnahmen an ihren Häusern sorgen. Im Klartext heißt dies: Aufgrund der ungünstigen Lage müssen die Grundstücke weitaus günstiger verkauft werden, als wenn dort ein Gewerbe- und Handelsbereich entstünde. Darüber hinaus muss der mögliche Erwerber, um sich vor Lärmbelästigung zu schützen, ein Mehr an Baukosten aufwenden.

Doch kommen wir nun zur Riegelbebauung. Dem Riegel vorgelagert sind Garagenzeilen. Die schaffen zumindest im Erdgeschossbereich einen gewissen Lärmschutz. Ab dem ersten Obergeschoss aber muss wiederum für aktiven Lärmschutz durch Baumaßnahmen an den Gebäuden selbst gesorgt werden.

Was glauben Sie, wen Sie für solche Grundstücke begeistern können wobei

die Wohnbereiche auch noch teilweise nach Nord-Osten ausgerichtet wären, hätten also demnach nur sehr begrenztes Sonnenlicht zu bieten. Wer dort wohnen will, ich kann mir niemanden ernsthaft vorstellen.

 

Durch diese Bebauung werden höchsten 12 Einzel- sprich Reihenhäuser geschützt. Der Verlust an allgemeiner Fläche ist sehr hoch. Auch bei der Vermarktung der Wohnungen wäre, wegen der ungünstigen Himmelsausrichtung kein vernünftiger Preis zu erzielen. Ist es das, was sie für unsere Stadt wollen?

 

Es war deshalb ursprünglich schon die richtige Idee, an dieser exponierten Stelle etwas für die Verbesserung der Infrastruktur der Stadt zu tun und dem Einzelhandel einen Entwicklungsplatz zu bieten. Es sei noch einmal daran erinnert, das Steinbach beim periodischen Bedarf – das sind die Dinge, die man täglich einkauft - nur 75% seiner Kaufkraft in der Stadt hält, ca 5 Mio. € gehen jährlich an die Nachbargemeinden. Beim aperiodischen Bedarf – das sind die Anschaffungen wie Möbel, Kleider etc. – werden sogar 80% außerhalb Steinbachs ausgegeben.

 

Da es für die CDU nicht in Frage kommt, den Bürgerentscheid auch nur im geringsten in Frage zu stellen, verbietet sich jede Überlegung über einen Lebensmittelmarkt in diesem Gebiet. Doch spätestens jetzt sollte jedem Klar werden, dass der Verkauf des gesamten Areals an einen Investor, der das Gebiet selbst erschließt, für die Stadt die bessere Variante ist. Was spricht dagegen, wenn sich dort Einzelhandel etablieren würde, den es in Steinbach noch nicht oder aber nicht mehr gibt?

 

Ein Bedarf für solche Verkaufsflächen, die unserer Innenstadt keine wesentliche Konkurrenz machen wie Kleidung, Schuhe und ähnlichem, sollte zu finden sein. Ich denke, wir sollten diese Lösung in Ruhe diskutieren und eventuelle Investoren einladen, um Vorschläge in diese Richtung zu machen.