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TZ Printausgabe vom 21.02.2008
Für Ladenzentrum gibt’s die meisten Stimmen
von Michael Neumann
Steinbach.
Die
Mehrheit der Steinbacher würde ungeachtet des Bürgerentscheids gerne
im Neubaugebiet Taubenzehnter einkaufen gehen, wenn schon nicht in
einem Supermarkt, dann doch wenigstens in einem Ladenzentrum. Das
ergab eine Fragebogenaktion der CDU, deren Ergebnis am Dienstagabend
im Bürgerhaus bekannt gegeben wurde. Reinhard Meisberger hatte die
Umfrage ausgewertet, CDU-Fraktionschef Heino von Winning
kommentierte die Resultate. Gleich zu Beginn merkte er vor etwa 30
Besuchern an, dass die Umfrage keinen repräsentativen Charakter
haben könne. Er vermute, dass die Mehrheit der Bürger, die den
Fragebogen ausgefüllt hatten, sich einen Supermarkt im Taubenzehnten
gewünscht hätten. Von Winning stellte noch einmal heraus, dass seine
Partei die Entscheidung der Bürger gegen einen Supermarkt
respektiere.
336 Steinbacher hatten den Umfragebogen, der an alle Haushalte
verteilt worden war, ausgefüllt, 159 von ihnen hatten zusätzliche
Anregungen notiert. Es ging um die Frage, wie das Areal im
Neubaugebiet Taubenzehnter, das für einen Supermarkt vorgesehen war,
künftig genutzt werden sollte. Im Fragekatalog angeboten worden
waren Ladenzentrum, Autohaus, Gartenzentrum, Bürogebäude,
Gesundheitseinrichtung sowie Wohnen mit oder ohne Garten oder hinter
einer Lärmschutzwand.
172
Steinbacher machten ihr Kreuzchen beim Ladenzentrum. Vorstellen
konnten sie sich Läden für Kleider oder Schuhe, aber auch eine
Drogerie oder eine Buchhandlung. Andere sprachen sich für ein
Restaurant, eine Eisdiele oder ein Café aus. Von Winning merkte an,
dass ein Ladenzentrum wohl größere Vermarktungschancen haben würde
als die anderen Vorschläge. Auf diesem Wege ließe sich ein
attraktiver Stadteingang gestalten und es werde ein Beitrag zur
Infrastruktur geleistet. Allerdings müsse bei der Auswahl der Läden
darauf geachtet werden, dass keine Konkurrenz zum Einzelhandel in
der Innenstadt geschaffen werde.
Wenig
Chancen rechnete sich von Winning für ein Autohaus aus, das immerhin
47 Befragte favorisiert hatten. 92 Kreuzchen gab es für ein
Gartenzentrum, doch auch hier winkte von Winning ab. „Ein solches
Zentrum braucht viel Fläche, die Stadt wird kaum den Verkaufspreis
erzielen, der bei einer anderen Nutzung möglich wäre“. sagte er.
Vielfach gewünscht (161 Stimmen) wurde ein Gesundheitszentrum,
möglicherweise in Form eines Ärztehauses. Doch dem gab
CDU-Fraktionsmitglied Dr. Wolfgang Tacke wenig Chancen. Der
Hochtaunuskreis sei heute schon überversorgt, für weitere Arztpraxen
in Steinbach werde es keine Zulassungen geben. Allenfalls ein
Masseur könnte hier eine Zukunft haben.
Auch
dem Wohnungsbau entlang der Eschborner Straße räumt die CDU wenig
Chancen ein. Das Problem mit dem Lärmschutz sei nicht zu lösen,
sagte von Winning. Am Ortseingang eine Lärmschutzwand aufzurichten
wäre eine städtebauliche Sünde. Und Wohnhäuser, die nach Nordosten
ausgerichtet seien, wären wenig attraktiv.
Viele Steinbacher hatten bei der Umfrage die Gelegenheit genutzt,
eigene Ideen für die Nutzung des Geländes einzubringen. Zu ihren
Vorschlägen gehörten eine Diskothek, eine Freizeiteinrichtung wie
ein Bowling-Zentrum, ein Kino, eine Musikschule oder eine
Tanzschule. Auch ein Eros-Center wurde ins Spiel gebracht, mit der
Anmerkung: „Das jetzige ist zu klein!“
An
öffentlichen Einrichtungen konnten sich die Befragten einen Umzug
von Feuerwehr und Rathaus in den Taubenzehnten vorstellen. Aber auch
eine kirchliche Einrichtung, ein Jugendzentrum, eine Polizeistation,
eine Realschule und ein Theater seien vorstellbar.
Auf
einen der Vorschläge, nämlich auf das Baugebiet ganz zu verzichten,
werde die Politik kaum zurückgreifen, sagte von Winning. „Auch wenn
wir immer noch mehr Geburten als Todesfälle zählen, verlassen Monat
für Monat zehn Bürger die Stadt Steinbach. Und nichts ist schlimmer
als eine sterbende Stadt.“
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