|
TZ Printausgabe vom 07.01.2008
Banzer lockt 70 zu Neujahrsempfang
Von Anke Hillebrecht
Steinbach.
Die Zukunft des Taubenzehnten liegt allen Steinbacher
Christdemokraten am Herzen. „Hoffentlich können wir mit den
Baugebieten bald anfangen “, sagte der kommissarische Parteichef
Michael Dill gestern am Rande des Neujahrsempfangs der Steinbacher
CDU. Vor allem für den Platz, auf dem eigentlich der Supermarkt
entstehen sollte, wünscht er sich eine gute Lösung. Sein
Stellvertreter Christopher Klima denkt zudem an die städtischen
Finanzen und wünscht sich schon jetzt, dass die Neubürger, die
einmal am Taubenzehnten wohnen werden, gut in Steinbach aufgenommen
werden.
Grundsätzlich aber stand der Neujahrsempfang ganz im Zeichen der
bevorstehenden Landtagswahl. Knapp 70 statt der angemeldeten 40
Gäste waren ins sonnendurchflutete Bürgerhaus geeilt, um bei Sekt
und Brezeln dem prominenten Gastredner zu lauschen: In einem
eineinhalbstündigen Plädoyer schwor Justizminister Jürgen Banzer auf
die Wahl am 27. Januar ein. Steinbach zeichne sich durch rege, aber
vernünftige politische Diskussionen aus, sagte er eingangs und
begrüßte die anwesenden Oppositionsmitglieder.
Im Folgenden mussten sich diese – darunter SPD-Fraktionschef Jürgen
Galinski – jedoch anhören, was der gewichtige Christdemokrat davon
hält, die Hauptschule abzuschaffen, sowie davon, jugendliche
Gewalttäter im offenen Vollzug zu resozialisieren. „Damit nehme ich
den jungen Leuten doch eine Korsettstange“, sagte der Minister und
widmete sich vorm Hintergrund der bundesweit aktuellen Debatte
ausführlich seinem Paradethema Jugendstrafrecht. Er betonte, Gewalt
gehe laut Statistik oft von ausländischen Jugendlichen aus. „Diesen
Fakt zu benennen, darf keine Animositäten wecken.“
Sinnvoller sei es, dass die straffällig gewordenen Jugendlichen ins
Gefängnis kämen, wodurch sie einen „Schuss vor den Bug“ bekämen –
nur so könnten sie, unterstützt von Sozialarbeitern, einen anderen
Weg einschlagen. Den Richtern will Banzer gern weitere Instrumente
zur Ahndung schlimmer Straftaten zur Verfügung stellen – etwa
Führerscheinentzug für Alkoholfahrer, Sicherheitsverwahrung auch für
jugendliche „hoffnungslose Fälle“ oder ein Handy-Verbot.
Gemeinsam mit Frühaufstehern aus der Steinbacher CDU wird
Justizminister Jürgen Banzer am Mittwoch, 16. Januar, bereits von
6.20 Uhr an am Steinbacher S-Bahnhof Pendler mit einem Kaffee
begrüßen. Außerdem stehen die Steinbacher Christdemokraten an den
drei Samstagen vor der Landtagswahl am Infostand: am 12. und 26.
Januar auf dem Pijnackerplatz sowie am 19. Januar auf dem
St.-Avertinplatz. Beginn ist jeweils um 9 Uhr.
|