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TZ Printausgabe vom 31.10.2007
Hessen lehnt höhere Kosten für Wasser strikt ab
Wiesbaden
(dpa) Hessen lehnt höhere Kosten für Wasser und damit auch eine neue
Wassergebühr strikt ab. «Wir kämpfen für niedrigere Wasserpreise»,
sagte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) am
Mittwoch in Wiesbaden. «Wir wollen auf gar keinen Fall eine
finanzielle Mehrbelastung für den Einzelnen», erklärte auch das
Umweltministerium in Wiesbaden. Hessen habe schließlich 2003 die
früher erhobene Grundwasserabgabe abgeschafft. Rhiels Ministerium
wies zudem auf acht Kartellverfahren gegen Wasserversorger in Hessen
hin mit dem Ziel, die Wasserpreise bis zu 40 Prozent zu senken.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte
erklärt, in einigen Bundesländern drohten deutlich steigende
Wasserpreise. Bund und einige Länder planten eine neue Gebühr für
Trinkwasser. Eine Rahmenregelung solle das unterschiedliche Recht in
zehn Ländern, die bereits eine Gebühr erheben, vereinheitlichen,
sagte der Vizepräsident des Verbandes, Peter Rebohle, der Deutschen
Presse-Agentur dpa am Mittwoch. «Mit einem Bundesgesetz soll
flächendeckend eine Wassersteuer eingeführt werden, die den
Wasserpreis deutlich erhöhen würde.»
Er sprach von einer «zusätzlichen Abgabe von bis zu 18 Prozent» in
den sechs Ländern wie Hessen, die den Wasser-Cent nicht erheben. Die
Länder sollten nach einem der dpa vorliegenden Positionspapier von
Bund und Ländern aber ein Recht auf Abweichungen von der
Bundesregelung erhalten.
«Höhere Wasserpreise wären ein falsches Signal», betonte der
Sprecher Rhiels. Das Ministerium hat mit seinen Verfahren bereits
einen Teilerfolg erzielt. Die Stadtwerke Gelnhausen hatten Anfang
Oktober angekündigt, ihre Wasserpreise um bis zu 20 Prozent zu
senken. Das Ministerium führt als Kartellbehörde außerdem Verfahren
gegen Versorger aus Frankfurt, Kassel, Gießen, Wetzlar, Oberursel,
Eschwege und Herborn.
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