Christlich Demokratische Union Deutschlands                                  

  CDU -   STADTVERBAND STEINBACH

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TZ Printausgabe vom 09.11.2007

CDU geht auf Distanz zum Koalitionspartner

 

Steinbach. Stimmt die Chemie zwischen Bürgermeister und CDU-Fraktion noch? Heino von Winning wollte daran am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung der Christdemokraten jedenfalls keinen Zweifel lassen. Es habe kein abgestimmtes Spiel mit der FDP gegeben, betonte der Fraktionschef. Wenn es kritische Punkte auszutragen gebe, gehe er direkt zum Bürgermeister. „Ich brauche keinen Dr. Naas vorzuschicken.“

Wie berichtet, hatte der FDP-Fraktionschef dem Rathauschef und CDU-Mann Peter Frosch in der jüngsten Parlamentssitzung Tatenlosigkeit vorgeworfen. Für seine Rede erhielt Naas auch Beifall aus den Reihen der Christdemokraten.

 

Auch wenn er jedwede Absprache mit dem Koalitionspartner von sich wies – dass die Politik des Rathauschefs kritisiert werden sollte, hatte von Winning gewusst. „Die FDP hatte mir zwei Tage vorher eine Warnung geschickt“, so der CDU-Fraktionschef. Eine „so dramatische“ Rede sei aber nicht angekündigt gewesen. Er habe dann anschließend versucht, dem Ganzen „die Spitze zu nehmen“. Mit Sorge beobachte er Veränderungen bei der FDP. Es gehe nicht, dass sie sich zu Lasten der CDU profilieren wolle, hob von Winning hervor.

Zudem nutzte der Fraktionsvorsitzende die Jahreshauptversammlung dazu, die Mitglieder auf die heiße Phase vor dem Bürgerentscheid am 25. November einzustimmen. In den letzten zwei Wochen vor dem Termin will die CDU nun geballt ihre Argumente für den Bau eines Lebensmittelmarktes im „Taubenzehnten“ zu Gehör bringen. Es gehe um eine Entscheidung über die Zukunft Steinbachs.

Parteichef Siegfried Czarnetzki hatte zuvor zum gleichen Thema noch einmal herausgestellt, dass seine Partei keine Klientel-Politik betreibe und zu ihren gesetzten Schwerpunkten stehe. Der 49-Jährige kandidierte am Mittwoch bei der Vorstandswahl erneut für den Posten des Vorsitzenden. Mit 26 Ja-Stimmen – bei 9 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen – bestimmten ihn die Mitglieder für weitere zwei Jahre zum Parteichef. Mit dem Ergebnis zeigte sich Czarnetzki zwar anschließend im Gespräch mit der TZ zufrieden. Es sei aber „ausbaufähig“.

Bei den stellvertretenden Vorsitzenden gab es einen Wechsel. Sowohl Sven Schüßler als auch Alexander Klima kandidierten nicht mehr – beide wegen ihres Studiums. Ihre Nachfolger sind Michael Dill (25) und Christopher Klima (24). Dr. Dagmar Charrier (62), ebenfalls für den Posten vorgeschlagen, konnte sich bei dieser Wahl nicht durchsetzen. Sie gehört aber mit Gabriele Eilers, Monika Klima, Nikolaus Michels, Reinhard Pchalek und Gijsbertus van der Tang dem Kreis der Beisitzer an. Zur Schriftführerin wählten die Mitglieder erneut Doris Jaeger, Dr. Franz Weyres bleibt Schatzmeister.

Im kommenden Jahr will die CDU ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2009 vorstellen – Frosch muss bekanntlich wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Amt scheiden. Vier Mitglieder des 7er-Ausschusses, der dem Stadtverband einen Bewerber vorschlägt, wurden in der Jahreshauptversammlung gewählt: Dieter Hagenlocher, Heino von Winning, Sven Schüßler und Reinhard P. Meisberger. Die restlichen drei Ausschussmitglieder werden vom Parteivorstand bei der konstituierenden Sitzung Ende November bestimmt.

Das Ziel der CDU für die Bürgermeisterwahl ist klar. Czarnetzki: „Wir wollen unseren Kandidaten im Chefsessel des Rathauses sitzen sehen – und niemanden sonst.“ (mj)