Steinbach.
SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Galinski hat Heino von
Winning zum Rücktritt aufgefordert. Der Grund: Der
CDU-Fraktionschef habe „in demagogischer und
hinterhältiger Art und Weise eine Bürgerinitiative
verunglimpft, deren Anliegen von mehr als 2000
Steinbachern geteilt wird“.
Galinski spricht damit eine Passage aus einem Flugblatt
an, das die Christdemokraten wenige Tage vor dem
Bürgerentscheid in Steinbach verteilt hatten. Darin
hatte die CDU die Bürgerplattform, die gegen den
Supermarkt im Taubenzehnten kämpfte, als Initiative
beschrieben, der neben Mitgliedern des Gewerbevereins,
der SPD und der Grünen „einige Nachbarn, die Lärm vor
der Haustür befürchten, und einigen engagierten Bürger,
die ihren Lebensentwurf für den einzig richtigen
halten“, angehörten.
Es sei allgemein bekannt, dass sich Mitglieder der SPD
in der Bürgerplattform engagiert hätten, seine Partei
habe aber bewusst darauf verzichtet, die
Auseinandersetzung um den Supermarkt auf
parteipolitischer Ebene zu führen, so Galinski. Er
widerspricht auch der Aussage von Bürgermeister Peter
Frosch (CDU), durch den Bürgerentscheid werde die
Bebauung des Taubenzehnten verzögert. Die Stadt selbst
sei verantwortlich, weil sie bis heute nicht im Besitz
aller Grundstücke im Neubaugebiet sei. Obwohl von der
SPD aufgefordert, habe sich Frosch auch geweigert, einen
alternativen Bebauungsplan für den Fall eines
erfolgreichen Bürgerentscheids auszuarbeiten.
CDU-Fraktionsvorsitzender Heino von Winning sieht
„keinerlei Grund für einen Rücktritt“. Gerade weil die
SPD sich bislang hinter der angeblich „unabhängigen“
Bürgerplattform versteckt habe und sich nun den
vermeintlichen Erfolg als SPD-Erfolg anrechnen wolle,
sei es richtig gewesen, die Kräfte hinter der
Bürgerplattform zu benennen. Vermutlich mehr als die
Hälfte aller Mitglieder der Plattform gehören der SPD,
den Grünen oder dem Gewerbeverein an. In zahlreichen
Veröffentlichungen sei deutlich geworden, dass
Steinbacher, die mit dem Auto ihren Lebensmitteleinkauf
erledigen wollen, von der Bürgerplattform nicht
vertreten, sondern als Kunden in Steinbach abgelehnt
werden. Und dass die Bürgerplattform von Gegnern aus der
Nachbarschaft des geplanten Marktes unterstützt wurde,
sei ebenfalls durch viele Leserbriefe nachzuweisen.
„Was an der Benennung der die Plattform tragenden Kräfte
demagogisch und hinterhältig sein soll, erschließt sich
einem sachlich denkenden Menschen nicht“, erläutert von
Winning. Alle Reaktionen der vermeintlichen Sieger des
Bürgerentscheides zeigten Ratlosigkeit, wie es
weitergehen solle. Deshalb sei sachliche Arbeit der
Stadtverwaltung und der sie tragenden CDU gefordert, mit
neuen Lösungen aus dieser Sackgasse herauszuführen. (new)