Christlich Demokratische Union Deutschlands

 CDU -   STADTVERBAND STEINBACH

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TZ Printausgabe vom 18.03.2006

 

Von den Anfängen im „roten Nest“ Von Petra Pfeifer

 

Steinbach. Zwar ertönte kein «Happy Birthday». Doch aus den Ansprachen der Festredner, die zur Feier zum 40. Geburtstag des Steinbacher Stadtverbandes der Christdemokraten gekommen waren, klang nicht wenig Stolz über das Erreichte heraus. Die eine oder andere Anekdote durfte da nicht fehlen. «Einige von Ihnen erinnern sich sicherlich daran, dass unser werter Altbürgermeister Adenauer-Plakate mit Ollenhauer-Plakaten überklebte», so Parteivorsitzender Siegfried Czarnetzki bei seinem Rückblick. Nachdem er jedoch habe feststellen müssen, dass diese Handlung ein «demokratisches Sakrileg» darstellte, mussten die Sozialdemokraten Adenauer-Plakate anbringen. «Gesagt, getan, doch um uns weiter zu ärgern, wurden unsere Plakate verkehrt herum geklebt», erzählte Czarnetzki – und manch ein Parteikollege nickte lachend.

Die Christdemokraten freuten sich, mit dem früheren Bundesschatzmeister der CDU, Dr. Walther Leisler Kiep, der 1965 im Wahlkreis 135 (Obertaunuskreis) als Bundestagsabgeordneter kandidiert hatte, einen «Geburtshelfer» des Verbandes begrüßen zu können.

 

Der heute 80-Jährige, der bei den Parteispendenskandalen der Christdemokraten mehrfach in die Schlagzeilen geraten war, erinnerte sich an seine erste Zeit im «roten Nest» Steinbach, vor dem ihn alle seine Parteifreunde gewarnt hätten. «Ich weiß noch, wie mir hier die erschreckten Sozialdemokraten die Tür aufmachten und sagten: Schön, dass Sie vorbeikommen, ich bin aber eingeschriebenes Mitglied der SPD», erzählte Leisler Kiep schmunzelnd.

 

Der Chef der CDU Hochtaunus und hessische Justizminister Jürgen Banzer überbrachte die Grüße des Kreisverbandes und der Nachbarn aus Oberursel. «Die Steinbacher CDU war immer eine besondere», meinte der Minister. Gerade hier habe er sie immer als eine Volkspartei empfunden: «Hier wurde nichts verbittert gemacht, hier war man immer fröhlich, hat immer kräftig gefeiert – aber auch gestritten», sagte Banzer. Nicht das Klagen sei groß geschrieben worden, sondern das Aufzeigen von Entwicklung und Perspektiven. «Dabei ist die Partei immer fitter geworden und steht nun, mit 40 Jahren, in voller Reife.» Landtagsabgeordnete Brigitte Kölsch lobte ebenfalls: «Dieser Verband hat immer gekämpft. Dabei waren seine Vertreter nicht verbissen, sondern sind immer freundlich auf die Menschen zugegangen.» Sie habe es als Krönung empfunden, als Bürgermeister Peter Frosch als Direktkandidat «seine» Wahl gewonnen habe. «Das war aber nur ein Etappenziel», warf Heino von Winning, Vorsitzender des Stadtverbandes, lachend ein.

 

Als «Geburtshelfer und Gründungsmitglied» zeichneten Walther Leisler Kiep und Jürgen Banzer den ehemaligen Ersten Stadtrat Gustav Schreiber mit einer Ehrennadel und einer Urkunde aus. Schreiber erinnert sich noch gut an seine erste Begegnung mit Leisler Kiep: «Er hatte die amerikanische Wahlkampfmethode des persönlichen Besuchs gewählt, und so klingelte er auch eines Tages an meiner Tür», erzählte Schreiber. Einige Zeit später habe er ein Schreiben von dem Politiker erhalten, in dem es hieß, er wolle den CDU-Stadtverband gründen, wenn er genügend Mitstreiter fände. Und da habe er sich fürs Mitmachen entschieden.» Tags darauf waren dann ganz andere Töne von Gustav Schreiber zu hören (siehe auch nebenstehenden Bericht).

 

Weitere Auszeichnungen gingen für 35 Jahre Mitgliedschaft an Christa Enders. 30 Jahre sind dabei: Edeltraud Linhardt, Martha und Georg Dickel, Claus Wiemann und Theo Schöps.